Warum Raumfeuchte nicht nur im Winter wichtig ist

Draußen sinken die Temperaturen. Unwillkürlich rücken die Menschen enger zusammen. Mehr Menschen verbringen mehr Zeit in Innenräumen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, die Qualität des Innenraumklimas näher zu beleuchten. Neben Temperatur und CO2-Gehalt hat die relative Raumfeuchte einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Innenraumklimas. Lüftungsanlagen mit Rotationswärmetauscher können Feuchte aus der Abluft kostengünstig zurückgewinnen.

Was ist behagliche Raumfeuchte?

Die ideale Luftfeuchte liegt zwischen 40 und 60 Prozent

Zu trockene Luft (>40%) reizt Haut, Augen und Schleimhäute. Sie schwächt zudem unsere Immunabwehr. Zu feuchte Luft (<60%) fördert Schimmelbildung. Atmen wir zu viele Pilzsporen ein, steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen. Als behaglich wird das Raumklima in einem Korridor zwischen 40% und 60% relativer Raumfeuchte empfunden. Die DIN 16798 Teil 3 empfiehlt 30% - 70%.

Wie bleibt die relative Raumfeuchte im behaglichen Bereich?

Es gibt spezielle Geräte zur Luft Be- und Entfeuchtung, aber auch Lüftungsanlagen können für ideale Raumfeuchte sorgen, indem sie die Feuchtigkeit aus der Abluft zurückgewinnen. Im Folgenden geht es ausschließlich um diesen Feuchteübertrag mit zentralen Lüftungsanlagen.

Stand Alone-Systeme zur Be- und Entfeuchtung finden sie hier

Ausschließlich Anlagen mit Rotationswärmetauscher können neben der Wärme auch Feuchte übertragen. Wie das funktioniert, hängt von der Oberfläche des verbauten Rotors ab: Rotoren ohne Beschichtung können Feuchte nur bei auftretender Kondensation übertragen (Kondensationsrotor). Dieses findet ausschließlich im Winter bei kalten Außentemperaturen statt. Enthalpie- oder hygroskopische Rotoren besitzen eine durch Behandlung veränderte Oberflächenstruktur. Diese ermöglicht es in geringem Maße, Feuchte auch ohne Kondensation zu übertragen. Sorptionsrotoren schließlich sind beschichtete Rotoren, die eine Feuchterückgewinnung von bis zu 80% ohne Kondensation erreichen.

Nicht nur gesund, auch günstig

Im Winter verbessert die Feuchterückgewinnung das Innenraumklima und senkt die Investitionskosten. Eine separate Befeuchtungsanlage ist nämlich oft nicht mehr notwendig. Im Sommer dient die Feuchterückgewinnung der Entfeuchtung der Zuluft. Dies trägt zur Kühlung bei und senkt die Investitionen in eine Nachkühllösung.

Schön und gut - aber ich habe gehört, dass Lüftungsanlagen Corona verschlimmern!

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird vielfach diskutiert, welche Rolle Klimatisierung bei der Verbreitung des Virus einnimmt. Im Speziellen kursiert die Frage, ob Lüftungsanlagen mit Rotor Viren übertragen können. Der Europäische Dachverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagenverbände REHVA hat in seinem Positionspapier bestätigt, dass bei ordnungsgemäß arbeitenden Rotationswärmetauschern, die mit Spülsektoren ausgestattet und korrekt aufgestellt sind, die Leckraten sehr gering seien. Sie lägen im Bereich von 1-2%, was in der Praxis unbedeutend sei. Bei bestehenden Systemen sollte die Leckage unter 5% liegen und gemäß EN 16798-3:2017 durch verstärkte Außenluftventilation ausgeglichen werden.

So funktioniert die Spülzone in Swegon GOLD Geräten

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Laut REHVA hat sich außerdem gezeigt, dass Rotationswärme-austauscher, die ordnungsgemäß konstruiert, installiert und gewartet werden, nahezu keine Übertragung von partikelgebundenen Schadstoffen (einschließlich luftübertragener Bakterien, Viren und Pilze) aufweisen. Die Übertragung beschränkt sich auf gasförmige Schadstoffe wie Tabakrauch und andere Gerüche. Es gibt keine Hinweise darauf, dass virusbeladene Partikel, die größer als etwa 0,2µm sind, über das Rad übertragen werden. Da die Leckrate nicht von der Rotationsgeschwindigkeit des Rotors abhängt, ist es nicht notwendig, die Rotoren abzuschalten. Durch den normalen Betrieb der Rotoren ist es einfacher, die Belüftungsraten höher zu halten.

Quelle: REHVA ist der 1963 gegründete Dachverband der europäischen Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagenverbände. Die Organisation vertritt somit über 120.000 HLK-Planer, Gebäudetechniker, Techniker und Experten in 27 europäischen Ländern.

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