Eine gute Unterrichtsstunde beginnt mit der Luft im Klassenraum. Bereits nach 20 Minuten kann dort ohne gezielte Lüftung die CO₂-Konzentration über 1.000 ppm steigen, mit spürbaren Folgen für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Schüler und Lehrer.
Die revidierte Energy Performance of Buildings Directive (EPBD, Richtlinie (EU) 2024/1275) rückt dieses Thema mit in den Fokus. Seit Mai 2024 in Kraft, muss sie bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Sie fordert nicht mehr nur Energieeffizienz, sondern ausdrücklich eine gute Innenraumluftqualität, inklusive Anforderungen an Lüftungssysteme und deren Überwachung. Lüftungskonzepte in Kitas, Schulen und Universitäten sind damit keine „Nice-to-have“-Option mehr, sondern Pflichtbestandteil einer zukunftsfähigen Gebäudestrategie.
Gute Luft ist Pflicht, nicht Kür
In einem Klassenraum mit rund 25 Schülern sind nach einer Schulstunde CO₂-Werte über 2.000 ppm keine Seltenheit. Die Folgen wie nachlassende Reaktionszeit und Aufmerksamkeit und steigende Fehlerquoten machen gute Schullüftung zu einem zentralen Bildungs- und Gesundheitsfaktor.
Die EPBD verlangt, dass Anforderungen an eine angemessene Innenraumqualität definiert und bei der Gebäudeperformance berücksichtigt werden. Maßnahmen zur Energieeinsparung dürfen das Raumklima nicht verschlechtern, sondern müssen ein gesundheitlich unbedenkliches, komfortables Umfeld sichern. Für Lehranstalten heißt das: CO₂-Grenzwerte, Luftmengen und Komfortparameter werden klarer geregelt und in Prüfungen nachgewiesen.
Von der Fensterlüftung zur EPBD-konformen Lüftungslösung
Fensterlüftung ist weit verbreitet, in der Praxis aber nur eine Notlösung. In der Heizperiode stehen Energieverlust, Lärm und Zugerscheinungen einem konsequenten „Stoßlüften“ entgegen. Viele Klassenräume erreichen trotz Lüftungsregeln dauerhaft zu hohe CO₂-Werte.
Die EPBD setzt dagegen auf planbare Qualität: Mindeststandards zur Lüftung und Innenraumluftqualität müssen eingehalten und technisch nachweisbar gemacht werden. Das lässt sich nur mit durchdachten Lüftungssystemen wie die von Swegon zuverlässig erfüllen, mit aufeinander abgestimmten Komponenten inklusive präziser Regelung.
Normen wie DIN EN 16798-1 und Empfehlungen des Umweltbundesamts definieren hierfür klare Luftmengen, etwa rund 850 – 900 m³/h für einen Klassenraum mit 25 Schülern. Mechanische Lüftungsanlagen stellen diese Volumenströme kontinuierlich bereit und halten CO₂, Feuchte und Schadstoffe im gewünschten Bereich, unabhängig von Außentemperatur, Pausenzeiten oder Disziplin im Lüftungsplan. In Kombination mit Wärmerückgewinnung wird bis zu rund 85 % der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückgewonnen. Das senkt Heizkosten, reduziert CO₂-Emissionen und erleichtert den Weg zu energieeffizienten, perspektivisch Zero-Emission-Schulgebäuden.
Smarte Schullüftung als sichere Investition in die Zukunft
Für Schulträger geht es jetzt darum, die richtigen Weichen zu stellen. Die EPBD verlangt nicht nur energieeffiziente, sondern auch überprüfbare Systeme: Für Nichtwohngebäude mit Null-Emissions-Standard sind Mess- und Regelgeräte zur Überwachung und Steuerung der Luftqualität vorgesehen. Moderne Lüftungsanlagen mit integrierten CO₂-Sensoren, bedarfsgeführter Volumenstromregelung und Anbindung an die Gebäudeautomation erfüllen diese Anforderungen und schaffen in Echtzeit Transparenz über das tatsächliche Raumklima, inklusive der Dokumentation für Audits und Förderprogramme. Swegon bietet dafür ein umfassendes Portfolio, das auch Themen wie Schalldämmung und Akustik berücksichtigt.
Ob zentrale Lüftungsanlage für den gesamten Schulkomplex oder dezentrale Klassenraumgeräte: Durchdachte Schullüftungskonzepte bieten die Möglichkeit, den anstehenden Vorgaben zu entsprechen. Zentrale Systeme eignen sich ideal für Neubauten oder umfangreiche Sanierungen mit Technikzentrale, während dezentrale Lösungen insbesondere in Bestandsgebäuden durch geringe Eingriffstiefe, kurze Installationszeit und klassenzimmerspezifische Regelung punkten. Bereits umgesetzte Projekte mit zentralen und dezentralen Lösungen zeigen, dass sich so energieeffiziente Lüftung, leiser Betrieb und ein konstant gutes Lernklima wirtschaftlich kombinieren lassen.
Wer heute in Schullüftung investiert, investiert doppelt: in Lernbedingungen und Gesundheit sowie in Gebäude, die die Anforderungen der neuen EPBD erfüllen. So werden aus gesetzlichen Vorgaben Chancen für moderne, attraktive Schulen, die in Sachen Raumklima und Nachhaltigkeit überzeugen.
Wie die aktuelle Situation bei der Schullüftung in Deutschland aussieht und welche Vorbildfunktion in dieser Hinsicht Schweden hat, lesen Sie in unserem Blogbeitrag "Schullüftung: unterschätzte Gesundheitshilfe".
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