Ob Frischetheke, Kühlregal oder Verkaufsfläche – im Supermarkt treffen unterschiedliche Klimazonen und Anforderungen aufeinander. Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen dabei nicht nur den Komfort für Kunden und Mitarbeitende, sondern auch die Energieeffizienz und den Betrieb der Kältetechnik.
Eine gezielte Entfeuchtung kann hier einen entscheidenden Unterschied machen. Sie reduziert Feuchteeinträge in Kühlmöbel, verringert Eisbildung und Abtauvorgänge und unterstützt damit einen energieeffizienten Betrieb. In diesem Beitrag zeigen wir, wie ein ganzheitliches Klimakonzept aus Lüftung, Entfeuchtung, Heizen, Kühlen und intelligenter Regelung diese Potenziale nutzt.
Entfeuchtung im Supermarkt als Bestandteil eines ganzheitlichen Konzepts
Moderne Supermärkte bestehen aus unterschiedlichen Klimazonen. Hohe Besucherzahlen, wechselnde Außenbedingungen und verschiedene Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit stellen hohe Anforderungen an die Gebäude- und Anlagentechnik. Erst das präzise abgestimmte Zusammenspiel von Lüftung, Klimatisierung, Kältetechnik und intelligenter Regelung ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb.
Dabei wird ein Faktor häufig unterschätzt: die Luftfeuchtigkeit. Während Verkaufsflächen, Frischebereiche, Kühlmöbel und Tiefkühlzonen jeweils unterschiedliche Anforderungen an das Raumklima stellen, beeinflusst eine zu hohe Feuchte alle Bereiche gleichermaßen. Sie erhöht den Energiebedarf, beeinträchtigt die Warenpräsentation und belastet die Kältetechnik.
Gelangt feuchte Raumluft in Kühlmöbel oder Kühlräume, kondensiert sie an den kalten Oberflächen. Das hat Folgen: beschlagene Glasflächen, Kondenswasser sowie verstärkte Eisbildung an den Verdampfern; schlechtere Sicht auf die Produkte sowie rutschige Bodenflächen, welche die Sicherheit für Kunden und Mitarbeitende beeinträchtigen können. Für die Technik bedeutet diese feuchte Luft häufigere Abtauvorgänge, eine höhere Belastung der Kältetechnik und einen steigenden Energieverbrauch.
Dass sich eine gezielte Entfeuchtung unmittelbar auf die Energieeffizienz auswirkt, belegen wissenschaftliche Untersuchungen. Eine im Fachjournal Applied Energy veröffentlichte Studie zeigt, dass bereits eine Reduzierung der relativen Luftfeuchtigkeit im Verkaufsraum um fünf Prozentpunkte die Kältelast der Kühlmöbel um 9,25 % senken kann. Gleichzeitig reduzierte sich der gesamte Energiebedarf des Supermarktes um 4,84 %. Verantwortlich dafür sind unter anderem eine geringere Eisbildung an den Verdampfern, weniger Abtauvorgänge sowie ein reduzierter Bedarf an Antikondensationsheizungen.
Den Supermarkt als Gesamtsystem betrachten
Eine tragfähige Lösung besteht deshalb nicht darin, einzelne Komponenten zu optimieren, sondern den Markt und seine unterschiedlichen Klimazonen als Gesamtsystem zu betrachten. Erst wenn Lüftung, Klimatisierung, Kältetechnik und Regelung optimal zusammenarbeiten, lassen sich Energieverbrauch, Komfort und Betriebskosten in Einklang bringen.
Mit einer bedarfsgerechten Entfeuchtung bleibt die Luftfeuchtigkeit auf einem kontrollierten Niveau, wodurch die Feuchtelast der Kühlmöbel erheblich sinkt. Über die Einbindung der Lüftung mit effizienter Wärme- und Feuchtigkeitsrückgewinnung kann man die Konditionierung der Frischluft effizient gestalten. Die rückgewonnene Wärme kann z. B. zur Klimatisierung genutzt oder zur Brauchwassererwärmung eingesetzt werden. So entstehen komfortable Raumbedingungen bei deutlich reduziertem Energieeinsatz.
Ebenso wichtig ist die intelligente Verknüpfung aller gebäudetechnischen Systeme. Swegon bietet neben aufeinander abgestimmten Heiz-, Kühl-, Lüftungs- und Entfeuchtungslösungen die passenden Regelungen, die kontinuierlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO₂-Konzentration und Belegung überwachen und bedarfsgerecht regeln. So bekommt jede Klimazone optimale Bedingungen.
Kühlung und Entfeuchtung intelligent kombinieren
Ein weiterer Effizienzbaustein liegt in der optimalen Abstimmung zwischen Klimatisierung und Kältetechnik. Während die Kälteanlagen für die Warenkühlung verantwortlich sind, übernehmen Lüftungs- und Klimasysteme die Konditionierung der Verkaufsfläche. Wird die Luftfeuchtigkeit konsequent reduziert, muss die Kälteanlage weniger Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft entfernen. Das verringert die Eisbildung an den Verdampfern, reduziert Abtauvorgänge und verbessert den Wirkungsgrad der gesamten Anlage. Gleichzeitig bleiben Kühlmöbel frei von Beschlag und bieten jederzeit eine optimale Warenpräsentation.
Freie Kühlung sinnvoll nutzen
Gerade in den Übergangszeiten und während kühler Nächte bietet sich zur Förderung der Energieeffizienz die Nutzung der freien Kühlung an. Liegt die Außentemperatur unter dem benötigten Temperaturniveau des Gebäudes, kann die Außenluft direkt zur Kühlung eingesetzt werden. Mechanische Kälteerzeugung wird dadurch teilweise oder sogar vollständig ersetzt. In Verbindung mit einer intelligenten Regelung entscheidet das System automatisch, wann freie Kühlung energetisch sinnvoll ist und wann klassische Kälteerzeugung erforderlich wird. Dadurch lassen sich sowohl Betriebskosten als auch CO₂-Emissionen weiter reduzieren.
Das Gesamtsystem macht den Unterschied
Die größten Einsparpotenziale entstehen, wenn alle gebäudetechnischen Systeme intelligent zusammenarbeiten. Swegon verfolgt deshalb einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Lüftung, Entfeuchtung, Heizen, Kühlen und Regelung optimal aufeinander abgestimmt werden. Das Ergebnis sind energieeffiziente Supermärkte mit geringeren Betriebskosten, hoher Betriebssicherheit und einem angenehmen Raumklima für Kunden und Mitarbeitende.
Mehr zu den Möglichkeiten eines ganzheitlichen Konzepts erfahren Sie auf unserer Anwendungsseite Supermärkte.
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